Hot Rods im Stil der 50er Jahre lieferten die Ideenvorgaben für diesen Evo Chopper von Big Boys Cycles aus Köln. Ein Custombike sollte es werden, bei dem bei einem getunten Zweiliter-S&S-Motor noch lange nicht Schluss ist.
Die Entstehungsgeschichte dieses Bikes ist so facettenreich wie der Candylack, mit dem es lackiert wurde. Sie begann, als der Kunde erstmals das Ladenlokal von Big Boys Cycles in Köln betrat und sich nach einem Umbau erkundigte. Anfangs hatten Michel und Nadi das Gefühl, der Kunde wisse nicht so genau, was er wolle.

Doch diese Meinung mussten die beiden schnell revidieren. Michel und Werkstattmeister Carlos realisierten dann in Zusammenarbeit mit Sascha von HPU einen Chopper-Rahmen, der exakt auf die Körpergröße des Kunden angepasst ist. Hierbei konnten spezielle Kundenwünsche mit einfließen, zum Beispiel die Starrahmen-Optik und der gebogene Gooseneck Single Downtube mit den ovalen Durchstichen.
Dem 2-Liter-V2 von S&S wurde von Bernd Kramer auf die Sprünge geholfen
Später musste auch der Rahmen nochmals von Carlos überarbeitet und modifiziert werden. Der Kunde wollte beispielsweise die Batterieabdeckung und den Übergang zum Tank gesondert gearbeitet haben. Der 2030 ccm große Motor von S&S blieb nicht unangetastet, ihm wurde von Bernd Kramer mächtig auf die Sprünge geholfen.

In diesem Zusammenhang wurde der Sekundärtrieb auch von Belt auf Kette umgestellt. Die Kraftübertragung des Drehmoment-Protzes ist dadurch besser gewährleistet. Die elektronische Zündung stellte die Jungs von Big Boys Cycles anfänglich vor einige Probleme, diese konnten jedoch durch die freundliche Leihgabe eines hilfreichen Programms durch die Firma HD Doktors aus Berlin bewältigt werden.
Evo Chopper mit aufwändigen Metallarbeiten
Die größte Herausforderung waren jedoch die Metallarbeiten am Bike. Der Tank wurde an den Rahmen angepasst und seitlich mit einer Sicke versehen, in die dann finnenförmige Inlets eingepasst wurden. Die verchromten Inlets sollen an Kühlergrills aus längst vergessenen Tagen erinnern.

Auch die Zündspulenabdeckung wurde speziell für dieses Fahrzeug hergestellt. Jede einzelne Rippe wurde ausgeschnitten, die Bögen in Form gebracht, diese miteinander verschweißt und schlussendlich verchromt. Ein immenser Arbeitsaufwand, den nur eine Handvoll Kunden in Auftrag geben und honorieren.
Der Tankdeckel wurde in stundenlanger Kleinarbeit mit einem Dremel poliert
Der Tankdeckel von Crime Szene Choppers wurde übrigens in rauem Alu-Guss-Finish geliefert. Er musste in stundenlanger Kleinarbeit mit einem Dremel poliert werden, um ihn verchromen lassen zu können. Lange wurde darüber diskutiert, ob es eher klassische Speichenfelgen oder doch Aluräder werden sollten. Die Wahl fiel auf „Seven Sins“-Felgen von Rick’s, die gut zum Stil des Bikes passen.

Mit dem mitschwingenden Heckfender über einem gemäßigten 240er findet das Bike einen gleichermaßen stämmigen wie sauberen Abschluss. Lenker, Federsattel, V4A-Elektrobox, all das und noch viele Details mehr wurden in Handarbeit in Köln hergestellt. Kataloganbieter hatten – so soll es auch sein – bei der „Bling Bling“ also schlechte Karten. Und der Besitzer hat die Gewissheit, dass er auf dem Parkplatz des nächsten Biker-Meetings kein annähernd ähnliches Motorrad sehen wird, denn das wäre das genaue Gegenteil von Individualität.
Info | Big Boys Cycles















