Vincent Raffaelli betreibt eine kleine Werkstatt unter dem Namen Fun Racing Cycles im Hinterland der französischen Riviera. Doch mit dem wilden Treiben an der Küste hat der ruhige Kerl nichts am Hut. Hier zeigt er einen toll gemachten Eigenbau mit Paughco-Starrahmen und S&S Shovel.

Vincent Raffaelli betreibt eine kleine Werkstatt unter dem Namen Fun Racing Cycles im Hinterland der französischen Riviera. Doch mit dem wilden Treiben an der Küste hat der ruhige Kerl nichts am Hut

Nach einigen Jahren als Mechaniker für einen örtlichen Händler entschloss sich Vincent vor rund 13 Jahren, seine eigene Vision zu verfolgen. Der Südfranzose gehört definitiv zur Top-Liga der Customizer, auch wenn wir noch nie etwas von ihm gehört haben. Der Mann ist kein Freund großer Töne, er konzentriert sich lieber auf seine Arbeit.

Zwei Jahre Wartezeit

Pro Jahr entstehen sechs oder sieben Bikes in einer ehemaligen Citröen-Werkstatt in den Bergen hinter Nizza. Die Auslastung ist gut. Neukunden müssen rund zwei Jahre auf ihre Bestellung warten.

Eigenbau-Solositz mit anatomischer Formgebung, das Polster wird aufgesteckt

Zu den Spezialitäten des Schraubers gehören Bikes mit Einarmschwingen, fetten Rädern und großen Motoren. Meist kommen Twin-Cam- oder Evo-Antriebe zum Einsatz. Obwohl seine Bikes durchaus in jeder Bikeshow bestehen könnten, verzichtet er darauf, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Er ist zu schüchtern.

Eigenbau mit Paughco-Starrahmen und Gooseneck-Front

Obwohl er eigentlich nur moderne Bikes baut, entstand für einen guten Kunden das hier präsentierte, „old schoolig“ anmutende Motorrad. Mickael, der Auftraggeber, wollte ein Bike, das alt aussieht, sich aber einfach und problemlos wie ein modernes Fahrzeug fährt. Ihm schwebte der Stil von Shinya Kimura vor, allerdings lehnt Vincent das Kopieren von Stilen ab.

Eigenbau oder Qualitätsware: Hier fiel die Entscheidung zugunsten des motogadget-Tachos

Er schraubt lieber auf seine Art. Und nach einigen Diskussionen setzte er sich beim Kunden auch durch. Als Erstes orderte er einen starren Paughco-Rahmen, dem der Franzose dann ein Gooseneck-Frontend verpasste. Um wenigstens ein bisschen Shinya-Kimura-Stil in die Sache reinzubringen, verbaute der Franzose eine aktuelle Springergabel von Zero Engineering.

Moderne Komponenten ohne Probleme

Auch beim Antrieb blieb Vincent seiner Maxime treu, möglichst moderne Komponenten zu verwenden; so stellt er sicher, dass seine Bikes zuverlässig laufen. Der 93-cui-Motor von S&S sieht zwar wie ein Shovel aus, ist aber technisch auf dem neuesten Stand. Vincent ist da pragmatisch. Ihm käme es niemals in den Sinn, einen echten alten Shovel-Motor zu restaurieren.

 

Er versucht, eventuelle Probleme bereits zu eliminieren, bevor sie entstehen können. Auch bei den übrigen Parts setzt der eigenwillige Customizer gerne auf Qualität. Was er nicht selbst baut, ordert er bei bekannten Szenegrößen.

High-End-Teile von Szenegrößen

Der Tank stammt von Cole Foster, die Armaturen und Messingparts von Kustom Tech, Luft- und Ölfilter von Crime Scene Chopper. Der ovale Öltank, der auch die Batterie beherbergt, sowie der Solositz entstanden in seiner Werkstatt. Besonderes Highlight sind die selbstgefertigten Edelstahlkrümmer, die sich wie Schlangen um Motor und Getriebe winden.

Die eigenwillig geschlungenen Edelstahlkrümmer winden sich um das Zündungscover

Beim Thema Bremsen gab es natürlich ebenfalls keinerlei Kompromisse. Eine Scheibenbremse von PM am Vorderrad und eine Ritzelbremse vom gleichen Hersteller sorgen für standesgemäße Verzögerungswerte. Bei einer anderen Entscheidung konnte sich allerdings Kunde Mikael durchsetzen.

Überzeugende Arbeit

Der war bei einem Besuch so von der geleisteten Metallarbeit überzeugt, dass er sich dafür entschied, den Bare-Metal-Look zu erhalten. Nur seine Initialen und sein Geburtsjahr stehen in goldenen Lettern auf dem Tank. Auf dem Ölreservoir wiederum ist der Erbauer mit seiner Firmen-bezeichnung vermerkt … ein Name, den wir uns merken sollten.

Kontakt | www.funracingcycles.fr