Für diesen nostalgischen Cruiser baute der Schwede Johnny Nilsson einen eigenen Rahmen und bestückte ihn mit einem Ultima V2.
Johnny kommt eigentlich aus einer ganz anderen Szene. Seit mehreren Jahrzehnten schraubt er schon an Autos. Egal ob alte Porsche oder Ferrari, Le Mans-Racer oder Top Fuel Dragster, er hatte seine Finger schon unter allen möglichen Motorhauben. Seine Firma Ital-America ist in der Le Mans-Szene bekannt. Kunden aus aller Welt reisen nach Südschweden, um dort ihre Porsche 962 oder Ford GT 40 restaurieren zu lassen.
Johnny schraubt unter dem Label „Southhill Custom Sweden“
Sein ganzes Leben verbrachte Johnny mit „Hobby-Fahrzeugen“. Begonnen hat er seine Karriere als Chef eines Dragster-Teams. Sogar in den Staaten trat das ambitionierte Team an. Dort fand Johnny viele Freunde und knüpfte gute Kontakte zu Teilehändlern. Eine Zeit lang arbeitete er sogar in Kalifornien. Zurück in Europa, gründete er seine Firma in der Nähe der südschwedischen Hafenstadt Helsingborg.

Wenn es die Zeit erlaubt, schraubt er auch mal an Bikes. Unter dem Namen Southhill Custom Sweden (kurz: SCS) entstanden so seit 2004 einige extravagante Bikes. Bei der hier präsentierten Fleetwood diente das Design der 30er Jahre als Inspiration.
Der Ultima V2 werkelt in einem Eigenbau-Rahmen
„Der größte Ansporn für mich, ins Bike-Geschäft einzusteigen, war die Möglichkeit, mit Design zu spielen. Es hat mir schon immer gefallen, zu zeichnen und diverse Möglichkeiten auszuprobieren. Dabei war es mir immer egal, was andere Bikebuilder taten. Ich lese keine Fachmagazine. Ich setzte nur meine Ideen und einige Einflüsse aus dem Autobereich um.“

Eines der wenigen Zukaufteile ist der Antriebsstrang. Motor und Getriebe stammen, wie schon bei den Vorgängerbikes, von Ultima. Die Bremsen kommen von RevTech und die Kupplung lieferte BDL. Midwest steuerte das Vorderrad, die Fußrastenanlage und die Gabel bei. Das im Heckfender eingelassene Rücklicht fuhr früher an einem Cadillac durch die Lande.
Rahmen, Tank, Fender, Sitz – Alles wurde von Johnny selbstgebaut
Damit ist die kurze Liste der nicht aus Schweden stammenden Zulieferteile beendet. Lediglich das Primärcover aus dem Programm von Robbans Speed Shop und den Lenker von ICM fand Johnny noch würdig, verbaut zu werden. Alle anderen Parts entstammen eigener Fertigung.

Tank und Öltank entstanden aus Aluminium, die Fender und alle anderen Blechteile bestehen aus Stahl. Die Einflüsse aus Johnnys Hauptjob zeigen sich in einigen Details. So stammt die Aluminiumfelge des Hinterrads von einem Porsche. Sie wurde mit einer selbst produzierten Nabe vereint.
Der Ultima V2 bekommt den Weg von einem Kampfjet-Positionslicht gewiesen
Der Scheinwerfer hat eine noch ungewöhnlichere Geschichte. Er war in seinem ersten Leben ein Positionslicht am Flügel eines Saab Kampfjets vom Typ J-35. Die Verkleidung fertigte natürlich wieder SCS. Da Johnny wenig Zeit hat, entstand das Bike relativ schnell.

Dem Lackierer überließ er dann freie Hand bei der Farbwahl. Er sollte irgend was Schönes draus machen. Der entschied sich für Beige und schwarzroten Marmorlook. Passender hätte er die fließenden Linien der „Fleetwood“ nicht be-tonen können. Zahlreiche Preise waren der Lohn für die gelungene Arbeit.
Info | southhillcustoms.blogspot.com














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