Das Leben von Camilla bestand bisher aus reichlich Action. Ein Jahr lang trampte sie um die ganze Welt und erlebte viele aufregende Abenteuer. Der Aufbau ihres Dragstylers mit S&S Evo-V2 wurde aber ihre größte Herausforderung. Am Ende veränderte er ihr Leben.
Doch beginnen wir von vorn. Camilla hat das Zimmermanns-Handwerk erlernt. Gemeinsam mit ihrem Vater betreibt sie einen Betrieb, der die in Schweden beliebten Holzhäuser aufstellt. In ihren knapp bemessenen Urlauben tourt sie mit Bikes durch ganz Europa. Sie besucht dann alte Freunde aus ihrer Zeit als Tramperin. Schon vor einigen Jahren kaufte sich Camilla eine Heritage Softail, mit der sie oft und viel unterwegs ist.

1000 km an einem Tag sind nichts Ungewöhnliches für die junge Frau. Ihre liebsten Reiseländer sind Spanien, Großbritannien und Irland. Von Schweden aus hat sie da jedes Mal eine lange Anreise.
Camillas großer Bruder ist James Dean
Camilla ist übrigens schon seit frühester Jugend Harley-Fan. Da sie keine Geschwister hat, personifizierte sie James Dean auf seiner Harley zu ihrem großen Bruder. Seither sind die amerikanischen Bikes für sie ein Muss. Auch die damals in den 80ern durch ihren Heimatort Uppsala donnernden Biker auf ihren V2-Kisten prägten sicher ihre Einstellung. So war ihre Wahl beim Kauf eines Bikes vorbestimmt.

Doch obwohl sie als Fahrerin schon so viele Kilometer zurück gelegt hat, vermisste sie einfach den Zugang zur Technik. Der fehlte ihr. So beschloss sie eines Tages, es wäre an der Zeit, ein eigenes Bike aufzubauen. Sie besorgte sich das Chassis einer FXR und einen 1640er Evo-V2-Klon. Der Motor landete aber irgendwann in ihrer Serien-Heritage. Der Rest lag weitere zwei Jahre rum, ohne das Camilla eine Idee für dessen Verwendung hatte. Sie überlegte schon, die Teile zu veräußern und sich einen Starrrahmen, eine Springergabel und andere alte Parts für einen authentischen Panhead-Chopper zuzulegen.
Nostalgischer Dragstyle-Look mit S&S-Evo-Antrieb
Doch dann bekam sie ein besseres Angebot. Ein Bekannter hatte geheiratet und seine Angetraute weigerte sich auf seinem Rigid-Bike mitzufahren. So tauschten sie die Fahrwerke und jeder war glücklich. Fast jedenfalls. Camilla hatte immer noch keine Ahnung, wie sie beim Aufbau vorgehen sollte. So suchte sie sich dann doch professionelle Hilfe.

Den Grundstock nutzte Kent Falkered von Ace Performance in Stockholm, um diesen scharfen Dragstyler im Look der 90er Jahre aufzubauen. Vor allem die Invader-Lampenmaske an der Front sorgt für nostalgische Gefühle, denn diese war seinerzeit auch bei deutschen Customizern äußerst beliebt.
Es lebe der Sport: Das Frontend stammt von einer Suzuki GSX-R
Der eingetauschte Rahmen stammt von Marlon Larsson, Mitglied des berühmten Twin Club MC in Norrtälje. Daran verbaute Kent das Frontend einer Suzuki GSX-R. Das Hinterrad stammt von einer Kawasaki. So wurde schon frühzeitig klar, dass hier ein ambitionierter Powerbolzen entstehen würde.

Während des Aufbaus kam Kents guter Freund Frank Brundin in den Laden. Er ist einer der besten schwedischen Lackierer. Als er das Bike sah, gefiel es ihm und er machte Kent den Vorschlag, es zu lackieren, wenn der Besitzer es wollte. Er hatte schon klare Vorstellungen, wie es aussehen sollte.
Dragstyle, Evo, Invader-Maske – Alles wie in den 90er Jahren
Frank wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass der Besitzer eine Besitzerin ist. Camilla war natürlich einverstanden und fuhr irgendwann zu Frank, um über den Lack und über Geld zu reden. Und dort begann nun ihr größtes Abenteuer. Die sonst so coole Schwedin kann selbst kaum beschreiben, was passierte.

„Was soll ich sagen? Irgendwie traf mich das wie ein Blitz. Die knisternde Spannung zwischen Frank und mir hätte ausgereicht, um eine Stadt mit Strom zu versorgen. Bereits nach zwei Minuten Unterhaltung war uns, als würden wir uns schon eine Ewigkeit kennen,“ erzählt uns eine noch immer beeindruckte Camilla. Seither sind die beiden ein Paar.
Getourt wird natürlich weiterhin – jetzt halt zu zweit
Die Bike-Besitzerin ist kaum noch in ihrer Heimatstadt anzutreffen, sondern fast nur noch bei ihrem „Frenchy“ in Stockholm. Auf die Frage, ob nun ihre langen Touren durch Europa vorbei seien, antwortete sie: „Auf keinen Fall. Frank hat zwar zur Zeit kein Bike, trägt sich aber mit dem Gedanken, eins bauen zu lassen. Außerdem habe ich ja noch meine Heritage. Das wird schon gehen.“ So werden die frisch Verliebten wohl künftig zu zweit auf Abenteuerurlaub gehen.
Info | aceperformance.se














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