Schuppentier mit Power. Dieser Lowrider-Umbau auf Basis einer Buell XB9 ist garantiert einzigartig auf der Welt.
Am Anfang waren da zwei motorradbegeisterte junge Leute, die in ihrer Freizeit in einem Schuppen in den Vogesen ihrem liebsten Hobby nachgingen, dem Schweißen und Umbauen von Bikes. Irgendwann gaben sie sich einen Namen. „Pumpa Choppa“ nannten sie ihre Unternehmung, die aber keine Firma im eigentlichen Sinn darstellt.
Greg bekam auf der Buell Schiss um seine Gesundheit
Nachdem die beiden Burschen, die auf die wohlklingenden Vornamen Dom und Phanuel hören, eine Ironhead-Sportster und eine 125er Honda gepimpt hatten, lernten sie „Greg den Belgier“ kennen. Der besaß eine serienmäßige Buell XB9S. Mit dieser XB war „Greg den Belgier“ inzwischen dermaßen rasant unterwegs, dass er selbst Schiss um seine Gesundheit bekam.

„Ich will meine Kinder aufwachsen sehen“, meinte er zu den Jungs von Pumpa Choppa, „bitte baut mir das Ding so um, dass ich gar keinen Bock mehr auf gefährliches Heizen habe.“ Und so nahm der Umbau einer 9er Lightning zu einem sehr außergewöhnlichen Custombike seinen Lauf.
Von der serien-Buell XB9 blieb nach dem Umbau wenig übrig
Bis auf die Gabelbeine, die Räder, die Bremsen und die Antriebseinheit blieb letztendlich nichts von der Serien-Buell übrig. Zwar behielten die Erbauer Erik Buells Konzept von der möglichst perfekten Zentralisierung der Massen bei, setzten es aber völlig eigenständig um. Sie konstruierten einen eigenen, starren Stahlrohrrahmen, den sie der besseren Zerlegbarkeit wegen zweiteilig auslegten.

Während der Basisarbeiten änderte sich dann einiges im Leben der beiden Protagonisten. Dom schloß seine Ausbildung zum professionellen TIG-Schweißer ab und Phanuel heuerte als Schrauber bei der Firma „Art of Racer“ – immerhin Vize-Europameister im Custombike Building – im elsässischen Dachstein an. Und so kam es, dass das „Thortueuse“ genannte Buell-Projekt auf der Westseite des Vogesen-Kamms seinen Anfang nahm und auf der Ostseite im Elsass vollendet wurde.
Buell XB9 Umbau mit Starrrahmen und Schuppenpanzer
Zur Technik: Das dicke, gebogene Oberrohr des Rahmens beinhaltet einen Teil des Motoröls. Die restlichen Trockensumpfbehälter sind die beiden Edelstahlröhren rechts und links unter dem Motor. Wie bei den XB-Buells ist der vermeintliche Benzintank ein Fake. In dem links neben dem Oberrohr angebrachten Pseudo-Tank brachten die Customizer die ganze Elektrik unter.

Das Benzin dagegen schwappt in einem Alu-Behälter unter dem Sitz – was wiederum zusammen mit dem fünf Zentimeter tiefer platzierten Motor zur Zentralierung der Massen und einem niedrigen Schwerpunkt beiträgt. Den flacheren Gabelwinkel verwirklichten Kumpel „René der Maschinist“ durch selbstgefertigte, gefräste Gabelbrücken.
Welch ein Glück – Gregs Frau sammelt lebende Schildkröten
Dom hatte dann noch die Idee, den Heckfender und das übrige „Sheet metal“ wie einen Schuppenpanzer zu dengeln; er war sich aber gar nicht sicher, ob diese ungewöhnliche Lösung dem künftigen Besitzer Greg gefallen würde. Deshalb war die Erleichterung umso größer, als sich herausstellte, dass Gregs Frau lebende Schildkröten sammelt. Mit Schuppenpanzern kannte er sich also aus.













