Eigentlich ist Rich Phillips Cycles spezialisiert auf das Anfertigen von Motorradsätteln und Sitzbänken. Doch wenn es den Chef in den Fingern juckt, dann kommt schon mal solch eine Granate wie diese Boardtrack Panhead heraus.
„Ich wollte was für mich zum Fahren haben“, so Rich, der sein Geld mit „Bikersaddles“ verdient. Und weil es auf dem Markt nichts gab, was ihm wirklich gefiel, baute er sich sein Traumbike kurzerhand selbst.
Der Panhead-V2 des Boardtrackers stammt nicht von Harley, sondern von RevTech
Die handwerklichen Fähigkeiten dazu erlernte er schon in früher Jugend. Im Alter von 15 half er seinem Onkel, der eine Sattlerei betrieb, in der Werkstatt. Metallbe- und -verarbeitung erlernte er dort gleich mit, da die Firma auch die teils komplizierten Sitzuntergestelle und -mechaniken instand setzte.

Als er heranwuchs, kam dann noch privat ein großes Interesse an Lackarbeiten, Airbrushing und Pinstriping dazu. Kurzum: Rich ist ein handwerkliches Multitalent, und so nimmt es auch nicht Wunder, dass er das Rolling Chassis des Boardtrackers namens „Early Bird“, den wir hier sehen, komplett selbst gebaut hat.
Die schmalen Reifen sind gut fürs Kurvenwetzen
Die Resonanz in den USA auf dieses außergewöhnliche Bike war so groß, dass Rich wohl in Zukunft öfter mal ein spektakuläres One-of-a-kind-Bike bauen wird. Die „Leaf Spring Fork“ im Indian-Stil fand derart großen Anklang, dass der Gelegenheits-Customizer überlegt, diese in Kleinserie zu produzieren.

Den Öltank integrierte der Erbauer in den Benzintank. Der Ölkühler, die Batteriebox, die Auspuffe und auch die Fußrastenanlage – alles ist „handmade by Rich“. Und weil er das Bike für sich gebaut hat, achtete er auf eine gewisse Alltagstauglichkeit. Die schmalen Reifen sind gut fürs Kurvenwetzen und der gasdruckgefederte Sitz bringt einen Hauch von Komfort ins Spiel.
Mutig oder Wahnsinnig – Einziger Verzögerer ist eine Ritzelbremse am Hack
Lediglich beim Thema Bremsen ging der Customizer ein unverständlich hohes Risiko ein, denn als einziges Verzögerungsinstrument dient an dem zirka 70 PS starken Bike eine Ritzelbremse am Heck, während vorne in Sachen Verzögerung rein gar nichts passiert.

Doch vielleicht sind wir Europäer diesbezüglich auch einfach nur zu ängstlich, denn immerhin hat Rich mit seiner Early Bird am El Diablo Run teilgenommen, einer wilden Gebirgswüsten-Rallye mit einem Rundkurs, der rund 1.000 Kilometer durch die mexikanische Baja California und Südkalifornien verläuft. Rich hatte während dieser Hitzetortur keinerlei technische Probleme, was einerseits für seine Konstruktion und auch für den 88 Kubikinch großen Pandemonium-Motor spricht.
Info | richphillipscycles.com















