Hier ein Eigenbau vom Meisters des stollenbereiften Lowriders. Kaum einer kann mit so wenigen Mitteln so viel Effekt erzielen wie Bill Dodge.

Ziemlich crazy: Der riesige Ölfilter sitzt ausgesprochen sturz- exponiert vor dem rechten Fuß

„Ein bisschen Dreck hat noch niemandem geschadet“. Das Bike heißt tatsächlich so wie dieses alte deutsche Sprichwort. Ob das mit dem Dreck alles so stimmt, sei dahingestellt. Fakt ist: Die technisch recht überblickbar aufgebauten Bikes von Bill Dodges Firma Bling’s Cycles vertragen eine ganze Menge Alltag, auch Dreck.

Nicht viel dran am Eigenbau

Bill baut Bikes, an denen nicht viel dran ist. Der Sinn hinter dem Purismus: Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen. Und wiegen tut es auch nichts. „Die Fahrbarkeit und Alltagstauglichkeit meiner Bikes ist für mich die oberste Prämisse. Superbreitreifen und unfahrbare Langgabler wird es bei mir niemals geben. Wenn ein Kunde das nicht akzeptiert, kann er nicht mein Kunde werden,“ so Bill Dodges glasklares Statement.

Der Meister des stollenbereiften Lowriders

Andererseits steht der Mann, der die MotoCross-Bereifung in der Custom-Szene etablierte, auf gute Bremsen. Annähernd an allen seinen Bikes verbaut der gebürtige Kalifornier, der kürzlich mit seinem Shop nach Daytona Beach zog, gute Bremskomponenten.

Bill Dodge Eigenbau

Darauf angesprochen, wundert sich der eigenwillige Bike-Builder und fragt verwundert: „Wieso fragst Du? Sehr gute Bremsen gehören doch zur Alltagstauglichkeit dazu!“ Damit hat er selbstredend vollkommen recht. Abenteuerlich unseren europäischen Augen bleibt dennoch, dass zum Beispiel an diesem Bike nur hinten eine Bremse montiert ist, was in den Staaten übrigens erlaubt ist. „Die aber ist deshalb richtig gut“, betont Bill.

Der cleane Lenker ist der breiteste Bauteil am Bike

Ein technisch ähnliches Bike mit Namen „Asbury Dirt“ entstand bei Bling’s bereits 2006. Auch das Bike damals stand auf einem riesigen, grobstolligen 23-Zoll-Vorder-rad und einem 140er hinten in 18 Zoll Größe. Auch der selbstgefertigte Starrrahmen und die „Narrow Glide“ getaufte Gabel haben die technischen Zwillinge gemeinsam.

Asbury Dirt als Vorbild

„Eines Tages stand mein Kunde Frank in der Tür und sagte: ‚Ich hätte gerne so etwas wie die Asbury Dirt. Nur die Optik sollte sich schon unterscheiden‘“ Gewünscht, getan. Der nagelneue Motor im Stile der H-D Shovelheads besitzt 1.520 ccm Hubraum und stammt von S&S. Das Getriebe stammt von Baker, der Primär von Tech Cycles.

Ohne Bremse: Ein grobbesohltes riesiges Vorderrad prägt die Front

Alles übrige fertigt Bill selbst: Tank, Öltank, Sitzbank, Fender, Riser, Rasten, Auspuff und selbst die Gabelbrücken entstehen bei Bling’s. Auf die Frage, warum er den riesi-gen Ölfilter so pervers nach rechts außen unten positioniert hat, grinst der rotblonde Kerl nur ganz breit und antwortet: „Meine Bikes sind so schrecklich vernünftig, so ein bisschen Crazyness muss dann schon sein, oder!?“ Dem ist unsererseits nichts hinzuzufügen. 

Kontakt | www.blingscycles.com