Dieser inoxidable Ofen entstand in der indonesischen 10-Millionen-Metropole Jakarta auf der Insel Jawa. Ein S&S-Motor steckt in diesem Asia-Eigenbau drin, und einstmals auch ein Rahmen von Rolling Thunder. Viel ist davon nicht übrig geblieben …

Seinen ersten Custom-Shop eröffnete Vero vor zwölf Jahren in Kuta Beach auf Bali. Das aber wurde ihm alles zu klein und folgerichtig zog er in die Riesenmetropole Jakarta, wo es schlichtweg deutlich mehr Kundschaft für seine Projekte gibt.

Ein 96 Kubikinch großer S&S-Motor befeuert die erfreulich kurz geratene Fuhre

Dabei muss man wissen, dass Vero nicht nur Custombikes jedweder Couleur baut, sondern mit seiner zweiten Firma auch den American-Cruiser- und Muscle-Car-Markt bedient.

Asia-Eigenbau mit S&S Motor

Den hier präsentierten „Techno Racer“ baute der Mann, in dessen Adern reines Super Plus zirkulieren muss, für einen vermögenden Kunden namens Rino aus Jakarta. Ursprünglich wollte Rino ein modernes Bike, das auf einer serienmäßigen Softail basieren sollte, aber das war mit Vero nicht zu machen. Nach ewigen Diskussionen gab Rino dem eigensinnigen Maître schließlich freie Hand.

Schick gemacht: Lederriemen als Tankbefestigung

Die Basis des Fahrwerks bildete einmal ein Rahmen von Rolling Thunder. Hier ist das verwendete Imperfekt wirklich angebracht, denn in Wahrheit blieb fast nichts übrig vom Grundrahmen. Unter anderem fließt jetzt das Öl in dem modifizierten Hauptrohrwerk. Von den Downtubes an bis hinten zum Heckende schraubte Vero ein eigenes zweites Rahmenwerk an. Ebenso wie dies ist auch die Einarmschwinge ein Eigenbau. And don’t worry: Zum Fahren wird das in Parkposition auf dem Reifen aufliegende Heck einfach per Airride hochgepumpt.

Vom Rolling Thunder -Rahmen blieb nicht viel übrig

Der Antrieb ist einigermaßen landläufig. Ein 96 Kubikinch großer S&S-Motor befeuert die erfreulich kurz geratene Fuhre, die Ansaugluft wird über ein Filtergehäuse von Milwaukee Iron in das Venturi-Rohr eines 45er Mikuni-Flachschiebers gerissen. Ausgeatmet wird über eine selbst gefertigte Auspuffanlage aus Titan, die garantiert nicht die geringste Chance auf EU-Zulassung hätte.

Saubere Arbeit, hübsche Idee

Die vielleicht schönsten und in jedem Fall seltensten und kostspieligsten Anbauteile an diesem Bike sind die Räder des US-Kult-Customizers Chip Foose. Die seltsamen Formate der Räder – vorne 23 Zoll, hinten 20 Zoll – sind für die ungewöhnlichen Proportionen verantwortlich. Ob der Besitzer Rino allerdings mit der sogenannten 360-Grad-Mini-Scheibenbremse Spaß haben wird, sei dahingestellt. Unseres Wissens leidet diese Konstruktion massiv unter Überhitzung, im stets heißen Indonesien sicher nicht das Gegenteil vom Gelben vom Ei.

Airride für schlappe Ketten

Grandios punkten kann Vero dagegen mit seinem Bodywork. Das besteht nämlich nicht aus dem Weichmetall Aluminium, sondern aus nichtrostendem Edelstahl. Nur der, der weiß, wie schwer Edelstähle zu verarbeiten sind, kann die supersaubere Arbeit der Jungs vom Kickass Shop Jakarta auch nur annähernd einschätzen.

Wilde Lösungen: Die Hinterradbremse sitzt auf der Getriebe- ausgangswelle

Übrigens: Die schlappe Sekundärkette bleibt natürlich nicht so labberig durchhängen. Sobald das Airride die Fuhre zum Fahren hochpumpt, strammt sich die Kette auf normalen, gesunden Durchgang.

 

 

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